Capri 2600 RS BJ 73 – Erstzulassung am 30.04.74

 

 

Zustand beim Kauf:

Sehr schlecht – Unfallschaden vorne rechts, Durchrostungen im Bereich des Bodenblechs und auch sonst viel Rost, ca. 5 alte Lackierungen, Motor, Getriebe, Hinterachse und Vordersitze fehlten, seit 1993 abgemeldet.

 

Zeitgleich zum Kauf konnte ein originaler RS-Motor mit einer Kugelfischer B-Pumpe und laut Vorbesitzer nur rund 60.000 Kilometern Laufleistung beschafft werden.

Restauration von Anfang 2007-2014:

 

Vorderwagen gerichtet, teilweise Teile aus zweiter Karosserie verwendet, linke Stehwand durch ein Neuteil ersetzt. Weiter umfangreiche Schweißarbeiten:

  • Bodenblech teilweise ersetzt, vorderer Querträger erneuert, vordere Längsträger teilweise ersetzt
  • Lampenkästen/ A-Säulen/ Kotflügelauflagen instandgesetzt
  • Schweller ausgetauscht/ Innenschweller instandgesetzt
  • Umfangreiche Schweißarbeiten an Endspitzen / Radhäusern
  • Frontschürze ausgetauscht – Türen/ linker Kotflügel/ Kofferraumdeckel instandgesetzt
  • Rechter Kotflügel aus 2 Altteilen hergestellt

Die meisten Reparaturbleche wurden selbst angefertigt, wo es möglich war, wurde auf Stoß geschweißt. An der Außenhaut wurden die Schweißnähte zum Teil verzinnt.

 

Nach den Schweißarbeiten wurde die Karosserie komplett von den alten Lackschichten befreit – im Bereich von Bodenblech und Motorraum durch Sandstrahlen, die übrigen Flächen wurden abgeschliffen.

 

Das Einpassen der Türen, Hauben und Kotflügel und auch die Vorbereitung für die Lackierung (inklusive Spachteln) wurde in Eigenregie durchgeführt, ebenso die Lackierung von Bodenblech, Motorraum und Tür- und Hauben-Innenseiten. Im Jahr 2010 konnte die Karosserie schon mal auf der Klassikwelt Bodensee bewundert werden – wegen Regen war sie beim Transport in eine Plane + Stretchfolie eingepackt.

 

Die Karosserie wurde Anfang 2013 von einem Profi lackiert.

 

Der als „einbaufertig“ gekaufte RS-Motor, wurde von Toni Staller – damals selbst RS-Besitzer und Motorenspezialist – zerlegt und entpuppte sich als „Mogelpackung“: Nach einem Ventilschaden war auf einer Seite ein Standardkopf verwendet worden, während auf der anderen Seite ein bearbeiteter Zylinderkopf mit größere Ventilen montiert war. Ein Kolben hatte an Oberseite infolge des Ventilschadens einen tiefen Abdruck, die anderen Kolben hatten teilweise Risse. Die Nockenwelle hatte Ausbrüche. In diesem Zustand wäre der Motor nie richtig gelaufen …

 

Die defekten Teile konnten 2 Wochen nach der Diagnose vom einem Capri-Besitzer aus Nürnberg erworben werden. Er hatte 6 gute Kolben aus einem zerlegten Motor, 2 Standardköpfe und eine gute Nockenwelle zu einem fairen Preis abzugeben – fast unheimlich dabei war, dass er nur noch diese Motorenteile übrig hatte – die anderen hatte er schon verkauft – sie hatten quasi auf meinen RS gewartet.

 

Die inzwischen komplettierte Innenausstattung (2 RS-Sitze wurden über Ebay in Berlin ersteigert) wurde von einem Sattler neu bezogen.

 

Von März 2013 bis Mai 2014 wurde der RS dann nach und nach zusammengebaut –  Ziel war die Teilnahme an der Klassikwelt Bodensee im Mai 2014. Ein paar Tage nach der ersten Probefahrt und einem stressigen Endspurt war es dann am 22.05.2014 soweit: Der (fast) fertige Capri (Mittelkonsole und einige weitere Teile der Innenausstattung fehlten noch) fuhr auf eigener Achse mit roten Kennzeichen nach Friedrichshafen auf die Messe und wurde dort auf dem Stand der Capri-Freaks-Bayern ausgestellt. Die erste Bewährungsprobe verlief ohne Pannen – nach der endgültigen Fertigstellung wurde der Capri Anfang August 2014 zugelassen.

 

Seit seiner Zulassung hat der Capri 2600 RS bis jetzt (Oktober 2019) rund 25.000 Kilometer zurückgelegt – auch 5 Jahre noch der 7jährigen Restauration ist es immer wieder eine Freude, dieses in Eigenregie restaurierte Fahrzeug zu fahren – es ist praktisch ein Teil von einem selbst.

Es freut mich auch riesig, dass dieses Jahr der Capri von meinem Schrauberkollegen Wolfgang fertig geworden ist und erstmal auf dem Capritreffen der Capri Freaks Bayern im Juli bewundert werden konnte. Tolle Leistung, Wolfgang – das Auto ist wirklich perfekt geworden 😊.